UMP oder “Die dreckigste Arbeit der Welt”

Das Abwracken hat im Allgemeinen nur wenige positive Aspekte zu bieten. Dabei werden üblicherweise alte, nicht mehr benötigte gerne in Billiglohnländern unter teils menschenunwürdigen Bedingungen – zum Teil mit bloßen Händen – in ihre Einzelteile zerlegt <LINK> oder <PDF>. Übrig bleiben Rohstoffe wie Stahl sowie Giftstoffe und Sondermüll, die oft in der Botanik landen und Mensch und Natur verseuchen.

In unseren Gefilden hat das Abwracken gerade in den letzten Monaten eine starke Popularität erlangt, auch wenn es hier um – im Vergleich zu Schiffen – wesentlich kleinere Vehikel geht. Genauer gesagt um Autos, welche ja zu den Lieblingsspielzeugen der Deutschen zählen. Dabei gibt es beim Abwracken von Autos noch eine Reihe weiterer Unterschiede. So landen die Einzelteile dann nicht in der Botanik sondern auf dem Altmetall-Markt und das Ganze wird auch nicht barfuss mit bloßen Händen sondern mit modernen Maschinen durchgeführt, so das das Risiko für Leib und Leben der Abwracker wesentlich geringer ist.

Allerdings hat das Abwracken nach dem Deutschen Muster doch erhebliche Gefahren für die Wirtschaft und für weite Teile der Bevölkerung. So trägt es seinen Teil dazu bei, das Sichtum einer auch ohne Finanzkrise schon notleidenden Industrie, der Automobilindustrie zu verlängern. Dank der Umweltprämie, kurz UMP, kann – seit Anfang diesen Jahres – jeder, der mindestens seit einem Jahr ein mindestens neun Jahre altes Auto besitzt, mit helfen den Altmetallpreis in den Keller zu schicken.

Das hierbei vor allem die ausländischen Hersteller als Sieger hervorgehen, ist ein unschönes, aber unvermeidliches Detail. Fraglich ist nur, welche langfristigen Konsequenzen die ganze Aktion haben wird:

  • Die Automobilhersteller werden in Ihrem Streben nach permanenter Aufstockung der Produktionskapazitäten in diesem Jahr unterstützt, während dann im nächsten Jahr vermutlich die Nachfrage massiv einbrechen wird.
  • Es werden primär kleine Fahrzeuge verkauft, das heißt die Umsätze sind für alle Beteiligten überschaubar.
  • Viele Autokäufer übernehmen sich vor Gier auf die staatliche Prämie. Viele Privatinsolvenzen werden im nächsten Jahr erwartet.
  • Eine einmalige Chance, moderne Antriebstechnologien wie Hybrid oder Elektroautos zu fördern, wurde verpasst.

Das Verhalten der Deutschen ist dabei wiedermal gewohnt irrational: Viele Menschen geben Autos in die Schrottpresse, die einen höheren Wert als 2.500 Euro haben, hauptsache man erhält Geld vom Staat. Wann das Geld kommt, steht ja auch noch in den Sternen. Aber Hauptsache egal: Dispo ausgereizt, ab zum Händler und schon ist man stolzer Neuwagenbesitzer.

Armes Deutschland.

GTA – Grosse tolle Authoritaet

Die Abkürzung der Woche ist definitiv GTA. Wobei ich natürlich nicht – wie vielleicht der eine oder andere Alfisti bzw. Alfaristi vermutet haben wird – den neuesten Alfa Brera Gran Tourimo Alleggerita meine, also ein für die große Reise taugliches Leichtbau-Automobil. Auch meine ich nicht die Grande Traversata delle Alpi, die unter dem einprägsamen Domainnamen www.gtaweb.de über den “schönsten Weitwanderweg der Alpen“, der “am gesamten nordwestitalienischen Alpenbogen entlang vom Monte Rosa im Wallis bis zu den Ligurischen Alpen ans Mittelmeer führt“. Nein, auch die Greater Toronto Area ist nicht gemeint, in der übrigens meine Schwägerin lebt – hatte ich das nicht schon mal erwähnt? <SIEHEHIER> Klein ist die Welt.

Ich meine doch das tatsächlich das von vielen sehnlich erwartete Computerspiel Grand Theft Auto, welches die Welt, d. h. zunächst XBOX- und PS3-User, nun schon in der vierten Generation beglückt und mit eindrucksvoller Grafik und spannender Story mehr eine moderne Gesellschaftskritik darstellt als ein blutrünstiges Ballerspiel <HERSTELLER-WEBSEITE>. Welcome to Liberty City.

Warum erwähne ich das eigentlich? GTA IV hat alle finanziellen Erwartungen getoppt und so wurden in nur EINER WOCHE 6 Millionen Kopien verkauft und der Branche ein Umsatz von einer halben Millliarde US$ beschert – da biste platt. Soviel zum Thema “Zocken ist nur was für Kiddies”. Hier geht es um echte Kohle und zwar viel davon. Ob sich angesichts dieser Zahlen die Guam Telephone Authority einen Gefallen mit der Abkürzung und dem Domain-Namen www.gta.net getan hat, wage ich zu bezweifeln. Zumindest solange deren Geschäftmodell darauf basiert, den 168.564 Bewohnern der 550 km2 großen Insel im Westpazifik Telefon-Anschlüsse und Blackberrys zu verkaufen. Hier würde ich gerne mal unter die Arme greifen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und den Domainnamen gewinnbringend zu nutzen. Ähnliches gilt übrigens auch für die Global Technology Associates, welche unter dem Motto “Fire it up” sich mit der Verkloppen von UTM Devices auf Ihrer Domain www.gta.com zufriedengibt. Hallo ist jemand zuhause? Übrigens, wißt Ihr noch was ein UTM war? Falls nicht, gucksdu hier.

Wie schon gesagt – klein ist die Welt.